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45 Stunden Feuerwehr pur

… ein Wochenende, das unsere Feuerwehrjugend nicht so schnell vergessen wird!

Von Freitag, 21. August, 18:00 Uhr bis Sonntag, 23. August, 15:00 Uhr wurde das Feuerwehrhaus Pitten zum Mittelpunkt eines ganz besonderen Wochenendes. Unser alljährliches Einsatzwochenende stand wieder auf dem Programm.
45 Stunden lang eintauchen in den Feuerwehralltag. 45 Stunden lang gemeinsam lernen, üben, helfen, lachen und als Team wachsen. Was unsere Jugendlichen dabei erlebt haben, war weit mehr als eine Aneinanderreihung von Übungseinsätzen. Es war ein Wochenende, das ihnen gezeigt hat, was Feuerwehr wirklich bedeutet.
Wenn aus Freizeit plötzlich Einsatz wird
Pünktlich um 18:00 Uhr fiel am Freitag der Startschuss. Die ersten Stunden begannen noch ganz gemütlich, denn wir durften die Feuerwehrjugend Edlach an der Rax bei uns begrüßen. Gemeinsam wurde unser Fuhrpark erkundet und an verschiedenen Stationen konnten die Jugendlichen ihr Feuerwehrwissen unter Beweis stellen.
Um 19:30 Uhr ertönte der erste Alarm. Ein Sturmschaden hatte seine Spuren hinterlassen: Mehrere Holztrümmer verwüsteten einen Parkplatz und mussten beseitigt werden. Kaum war dieser Einsatz abgeschlossen, wartete bereits die nächste Herausforderung. Ein Kaminbrand erforderte die Aufmerksamkeit der Jugendlichen, bevor wenig später schon der nächste Kleinbrand gemeldet wurde, eine brennende Mülltonne.
Nach diesem turbulenten Start wurde es zunächst gemütlicher. Beim Lagerfeuer wurde Steckerlbrot mit Würstchen gegrillt. Die Jugendlichen saßen zusammen, lachten und genossen die gemeinsame Zeit. Doch auch beim Feuerwehrnachwuchs gilt: Wenn der Alarm kommt, wird alles stehen und liegen gelassen. Und der nächste Alarm kam.
Mehrere Personen waren in einem schwierigen Gelände zu Sturz gekommen und verletzt. Die Holzpuppen mussten gefunden, versorgt und gerettet werden. Später in der Nacht brannte noch ein kleiner Mistkübel.
Als die Jugendlichen schließlich dachten, jetzt würde es zurück ins Feuerwehrhaus und ins Bett gehen, entdeckte Jugendbetreuer Patrick Fally auf der Heimfahrt eine verschmutzte Straße. Der starke Regen hatte offenbar Schlamm, Schutt und kleine Steine auf die Fahrbahn gespült. Also wurde kurzerhand noch einmal angehalten.
Die Jugendlichen griffen zum Strahlrohr und reinigten die Straße. Erst gegen 2:00 Uhr kehrte die Mannschaft wieder ins Feuerwehrhaus zurück.
Der neue Tag beginnt mit dem nächsten Alarm. Um 6:00 Uhr war die Nacht bereits wieder vorbei. Äste blockierten einen Wanderweg. Danach ging es zum Frühstück. Eierspeise und ein selbstgemachter Striezel mit Nutella und Marmelade sorgten dafür, dass die leeren Energiespeicher wieder gefüllt wurden.
Von 8:00 bis 11:00 Uhr stand eine umfangreiche Schulung auf dem Programm. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit dem Aufbau einer perfekten Löschleitung, dem Aufstellen einer Rettungsplattform und der Rettung einer Person aus einem LKW. Auch der richtige Umgang mit Feuerlöschern wurde praktisch geübt. Hier zeigte sich einmal mehr, dass unser Einsatzwochenende nicht nur aus Action besteht. Hinter jedem Einsatz steckt Wissen, Übung und Vorbereitung. Genau dieses Wissen ist es, das im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen kann. Und kaum war die Schulung beendet, wurde aus der Ausbildung wieder ein Einsatz.
Ein Unfall mit mehreren Verletzten. Um 11:30 Uhr wurden die Jugendlichen zu einem größeren Einsatz alarmiert. Ein Bauer war verunfallt und nicht ansprechbar. Gleichzeitig hatte ein Autofahrer einen Fußgänger erfasst und eine weitere Person war unter einem Strohballen eingeklemmt. Plötzlich war wieder Teamarbeit gefragt.Die Jugendlichen mussten sich einen Überblick verschaffen, die Situation richtig einschätzen und gemeinsam die gestellten Aufgaben bewältigen. Jeder Handgriff musste sitzen und jeder musste sich auf den anderen verlassen können.
Nach dieser fordernden Übung wartete zur Stärkung eine ordentliche Portion Käsleberkäsesemmeln. Doch viel Zeit zum Verschnaufen blieb nicht. Am Nachmittag standen gleich zwei Einsätze gleichzeitig auf dem Programm. Während bei einem Einsatz ein übergelaufener Sickerschacht ausgepumpt werden musste, wartete bei der zweiten Einsatzstelle eine Tierrettung. Zwei Kätzchen hatten sich auf einen Baum verirrt und kamen nicht mehr herunter. Natürlich waren auch diese beiden kleinen „Patienten“ auf die Hilfe unserer Feuerwehrjugend angewiesen. Am späten Nachmittag folgte schließlich noch eine Personensuche nach zwei Jugendlichen. Wieder hieß es suchen, aufmerksam bleiben und als Mannschaft zusammenarbeiten.
Nach all der Arbeit darf auch der Spaß nicht fehlen Nach einem derart intensiven Tag hatten sich unsere Jugendlichen eine Pause mehr als verdient. Zum Abendessen gab es Pizza von der Pizzeria Lanue aus Bad Erlach. Die Pizzen wurden von unserer Vizebürgermeisterin Waltraud Halmer gesponsert.
Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken!
Und dann kam für viele wohl der schönste Moment des gesamten Wochenendes. Unser Betreuergehilfe Marcel Gruber hatte an diesem Abend Bademeisterdienst und lud unsere Feuerwehrjugend ein, bis 22:00 Uhr das Schwimmbad zu nutzen. Diese Einladung wurde natürlich sofort angenommen. Nach all den Einsätzen, Schulungen und Herausforderungen hieß es nun einfach einmal: Spaß haben! Auf dem Weg zum Bad wartete bei Lucky Ice noch eine weitere Überraschung. Unser Kommandant außer Dienst Peter Luef lud die Jugendlichen auf jeweils zwei Kugeln Eis ein.
Auch dafür sagen wir herzlich Danke!
Im Bad wurde geschwommen, Fußball gespielt und gemeinsam Zeit verbracht. Für ein paar Stunden gab es keine Einsatzszenarien, keine Holzpuppen und keine Alarmierungen – sondern einfach eine Gruppe Jugendlicher, die sichtlich Freude an ihrem gemeinsamen Wochenende hatte.
Die zweite Nacht hatte es ebenfalls in sich. Wer allerdings glaubte, dass es danach eine ruhige Nacht geben würde, wurde schnell eines Besseren belehrt. Zunächst verschwand Betreuergehilfe Samuel Zottl im Bad und schon wurde daraus der nächste Suchauftrag für die Jugendlichen. Doch wenig später wurde aus dem Spiel wieder Ernst.
Um 23:00 Uhr wurden die Kids zu einem ausgelösten Brandmelder im Veranstaltungszentrum Pitten alarmiert. Zum Glück stellte sich rasch heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.Doch bereits um Mitternacht folgte die nächste Alarmierung. Eine Person hatte sich in einer Punschhütte eingeschlossen und musste durch eine Türöffnung befreit werden. Und auch damit war die Nacht noch nicht vorbei.
Um 1:15 Uhr wartete ein weiteres Szenario auf die Jugendlichen: Eine Person hatte bei ihrem Anhänger einen Reifen verloren, gleichzeitig war Öl ausgetreten. Die Jugendlichen mussten die ausgelaufene Flüssigkeit binden und sich anschließend darum kümmern, den Reifen wieder anzubringen. Erst danach kehrte endgültig Ruhe ein.
Zumindest bis zum Frühstück.Der letzte Einsatz – und noch einmal alles geben
Am Sonntag war die Müdigkeit inzwischen bei allen spürbar. Doch bevor das 45h-Wochenende um 15:00 Uhr offiziell zu Ende gehen sollte, wartete um 10:00 Uhr noch eine letzte große Herausforderung. Und die hatte es in sich. Großbrand!
Riesige Flammen, Hitze und jede Menge Arbeit erwarteten unsere Jugendlichen. Jetzt musste noch einmal alles zusammenpassen. Das Feuer musste bekämpft, die Umgebung geschützt und gleichzeitig die Wasserversorgung für den Wassertank sichergestellt werden. Es war der perfekte Abschluss für ein Wochenende, das den Jugendlichen alles abverlangt hatte. Zu Mittag gab es nochmals eine Stärkung für unsere Mädls und Jungs, Chicken Nuggets und Pommes standen am Menüplan. Als schließlich um 15:00 Uhr das Ende des 45h-Einsatzwochenendes erreicht war, lagen hinter unserer Feuerwehrjugend exakt 45 Stunden Feuerwehr pur.
Mehr als nur Übungen
Natürlich waren die zahlreichen Einsatzszenarien ein wichtiger Bestandteil dieses Wochenendes. Doch das eigentliche Ziel unseres 45h-Wochenendes geht weit darüber hinaus.
Unsere Jugendlichen sollen erleben, wie vielfältig Feuerwehr ist. Sie sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und sich auf ihre Kameradinnen und Kameraden zu verlassen. Sie sollen erleben, dass man auch dann gemeinsam weitermacht, wenn man müde ist.
Aufgrund der Sommerferien und der Urlaubszeit konnten diesmal leider nicht alle Mitglieder unserer Feuerwehrjugend dabei sein. Umso beeindruckender ist es, dass wir dennoch mit 24 Jugendlichen ein derart intensives Wochenende auf die Beine stellen konnten.
Jugendbetreuer Patrick Fally ist mehr als stolz auf seine Truppe. Ein besonderer Dank gilt dabei auch seinen Betreuergehilfen Gregor L., Samuel Z., Joshua Sch., Daniel G., Fabian Z. und Marcel G. Sie haben wieder tatkräftig mitangepackt und wesentlich dazu beigetragen, dass diese 45 Stunden zu einem außergewöhnlichen Erlebnis für unsere Jugendlichen wurden.
Auch Kommandant Ing. Peter Luef zeigte sich begeistert vom Ablauf des Wochenendes. Die Jugendlichen konnten einen realistischen Einblick in den Feuerwehralltag bekommen und bei zahlreichen Szenarien erleben, was es bedeutet, Teil einer Feuerwehrmannschaft zu sein.